Verarbeitung

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Gewinnung des Rohsaftes
In der Zuckerfabrik werden die Rüben gewaschen und zu Schnitzeln zerkleinert. Mit Hilfe von heißem Wasser wird den Schnitzeln im Extraktionsturm der Zucker entzogen. Es entsteht der so genannte Rohsaft, der neben Zucker auch noch verschiedene organische und anorganische Bestandteile der Rübe enthält. Sie stören die spätere Kristallisation des Zuckers und müssen deshalb im weiteren Fabrikationsprozess, der Saftreinigung, entfernt werden. Die extrahierten Schnitzel werden gepresst und getrocknet und später als Viehfutter in der Landwirtschaft verwendet.
Saftreinigung
Die Saftreinigung erfolgt durch Kalk und Kohlensäure, wodurch ca. 30 - 35 % der Nichtzuckerstoffe aus dem Rohsaft abgesondert werden können. Der bei diesem Prozess anfallende Carbonatationskalk mit seinen wertvollen Inhaltsstoffen wird in den Rüben anbauenden Betrieben zur Erhaltung eines gesunden Bodens eingesetzt.
Verdampfstation
Aus dem Rohsaft ist durch die Reinigung ein klarer, hellgelber Dünnsaft geworden, der etwa 15 % Zucker enthält. Diesem Dünnsaft wird anschließend in mehreren hintereinander geschalteten Apparaten durch Verdampfen Wasser entzogen. Der so gewonnene Dicksaft hat einen Zuckergehalt von 65 - 70%.
Kristallisation
In der Kochstation wird dem eingedickten Saft in Kristallisatoren bei vermindertem Druck weiteres Wasser entzogen. Ist eine bestimmte Zuckerkonzentration erreicht, werden dem eingedickten Saft feinste Zuckerkristalle, so genannte Impfkristalle zugeführt.
Durch weiteren Wasserentzug wachsen die Impfkristalle bis zur gewünschten Kristallgröße. Der Kristallisationsprozeß wird dann beendet. Die Kochmasse ist nun ein Gemisch aus ca. 50% Zuckerkristallen und zähflüssigem Sirup.
Kristallisationsmaischen und Zentrifugen
Die Kochmasse wird aus den Kochapparaten in liegende Rührgefäße abgelassen, in denen bei ständiger Abkühlung die Zuckerkristalle weiter wachsen. Aus diesen Kristallisationsmaischen kommt die Füllmasse schließlich in die Zentrifugen. Dort wird das Kristallisat mit 1.000 bis 1.400 Umdrehungen in der Minute vom Sirup getrennt.
Mit einem kurzen Wasserstrahl wird die Oberfläche der Kristalle nachgewaschen und der weiße Zucker aus der Zentrifugentrommel entleert.
Rohzucker, Nachprodukt und Raffinade
Nach der ersten Kristallisation wird für den noch zuckerhaltigen Sirup das Kristallisationsverfahren wiederholt. Dabei entsteht der gelblich-braune Rohzucker. Aus dem abgeschleuderten Sirup wird ein zweites Mal Rohzucker kristallisiert, der Nachproduktzucker. Roh- und Nachproduktzucker werden aufgelöst, filtriert und erneut kristallisiert.
Es entsteht hochwertige Raffinade, das ist strahlend weißer Zucker in bester Qualität. Die schneeweiße Farbe entsteht somit nicht durch "Bleichen", wie manchmal irrtümlich behauptet wird, sondern ist das Ergebnis einer sorgfältigen Reinigung.
Melasse
Der Sirup der letzten Kristallisation wird als Melasse bezeichnet. Trotz des hohen Zuckergehaltes von ca. 50% ist daraus mit herkömmlichen Kristallisationstechniken kein Zucker mehr zu gewinnen. Melasse wird vorwiegend zur Herstellung von Hefe und Alkohol verwendet. Mit Rübenschnitzeln vermischt wird daraus ein hochwertiges Futtermittel für Rinder. Auch Milchsäure für die pharmazeutische Industrie, Citronensäure und Glutaminsäure für die Lebensmittelherstellung werden aus Melasse gewonnen.
Lagerung und Abpackung
Der fertige Zucker wird getrocknet, gekühlt und auf Förderbändern in große Silos transportiert. Er bildet die Grundlage für die verschiedenen Zuckerspezialitäten für Haushalt und Industrie. Der größte Teil des Zucker gelangt in loser oder flüssiger Form mit Silofahrzeugen an die weiterverarbeitende Industrie.

Weitere Informationen zum Thema Zucker finden Sie in unserer Broschüre: "Über den Zucker", die wir Ihnen als PDF-Datei zum Download anbieten.